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9.11.2007
Report
Kunst am Wühltisch
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10.11.2007
Konkurrenz
Duell der Kunst-Fachmärkte
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© Bild Eva Kelety
Artikel aktualisiert 9.11.2007
Peter Doujak ist Initiator des neuen Kunst-Supermarktes, der bis Ende des Jahres in der Mariahilfer Straße gastiert.

Doujak
„Van Gogh hätte sich gefreut“

Peter Doujak ist Initiator des neuen Kunst-Supermarktes, der bis Ende des Jahres in der Mariahilfer Straße gastiert. Mit wienweb.at sprach er über seine hochwertige Ware, die Probleme der Konkurrenz und darüber, was Kunst kosten darf.

wienweb.at: Darf Kunst billig sein?

Doujak: Gegenfrage - muss Kunst teuer sein? Kunst soll günstig sein. Sie soll breit in der Gesellschaft verankert sein, ja.

wienweb.at: Was ist da bisher schief gelaufen?

Doujak: Der Kunstmarkt definiert sich so: Wir verkaufen wenig an einen eingeschränkten Konsumentenkreis zu möglichst hohen Preisen. Meiner Meinung nach ist es für die Gesellschaft wertvoller, wenn möglichst jeder ein echtes Bild zu Hause hängen hat statt einem Poster. Das ist auch ein Vorteil für die Künstler.

wienweb.at: Warum?

Doujak: Von 20 Künstlern, die eine Hochschule verlassen, bekommt einer einen Vertrag in einer Galerie. Die anderen werden Lehrer, Hausfrauen ... Also Van Gogh hätte sich vielleicht gefreut, wenn er einen Kunst-Supermarkt gehabt hätte, um auch Bilder zu verkaufen.

wienweb.at: Ihr Supermarkt will die Lücke zwischen Möbelhaus und Galerie schließen. Dass es günstig ist, bedeutet also nicht, dass man bei Ihnen nur Ramsch bekommt?

Doujak: Bei uns bekommt man überhaupt keinen Ramsch. 90 Prozent der Künstler, die wir vertreten, haben einen Hochschulabschluss. Und die anderen zehn Prozent arbeiten als Maler und können davon leben.

wienweb.at: Warum machen die Künstler dann mit? Verkaufen sie sonst nichts?

Doujak: Der eine Grund ist, dass sie bekannter werden wollen. Die Kunstsupermärkte besuchen im Jahr mehr als 100.000 Leute. Allein in Frankfurt waren es 50.000 Personen. Viele kommen nach Wien, weil sie sagen: Dort kennt mich noch keiner. In den Kunst-Supermarkt kommen ja auch Leute aus der Szene. Der zweite Punkt ist natürlich, dass sie Geld verdienen dabei.

wienweb.at: Die renommierten Leute werden ihre Bilder anderswo ja zu ganz anderen Preisen verkaufen können. Nehmen sie das in Kauf, um bekannter zu werden?

Doujak: Man bekommt hier wahrscheinlich Bilder von gewissen Künstlern günstiger, ja. Es gibt eine russische Malerin, die wurde im Kunst-Supermarkt um 50 Euro gekauft. In einer Galerie wurden die gleichen Bilder um 500 Euro weiterverkauft.

wienweb.at: Es gibt noch einen anderen, ganzjährigen Kunstsupermarkt in Wien. In wieweit unterscheidet sich das Angebot?

Doujak: Ein wesentlicher Faktor ist, ob man gute Künstler bekommt oder nicht. Ein ganzjähriger Kunst-Supermarkt hat damit sicher Schwierigkeiten. Da kann es passieren, dass Künstler sagen: Ich hau mir den Preis zusammen, wenn man dort jederzeit Werke von mir günstig kaufen kann.

wienweb.at: Gibt es im anderen Supermarkt nur Postkartenmaler?

Doujak: Keine Ahnung.

wienweb.at: Sie waren noch nicht dort?

Doujak: Ich war schon mal dort, aber ich sage dazu nichts.

wienweb.at: Schon zwei Kunst-Supermärkte in Wien: Kommt nach dem Greißler-Sterben jetzt das Galerien-Sterben?

Doujak: (lacht) Das glaube ich nicht. Es gibt auch heute noch Feinkostläden. Was aber nicht heißen soll, dass ein Supermarkt Ramsch und Billigware bedeutet. Supermärkte stehen für Erreichbarkeit und große Auswahl. Das sind auch unsere Vorteile.
 
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