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17.12.2007
Hofmann
"Anfang März kommen sie heraus"
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© Bild Tiergarten Schönbrunn
Artikel aktualisiert 15.12.2007
Bärendame Olinka hat diese Woche Zwillinge geboren, und die Welt der Wiener Tierfreunde steht wieder einmal Kopf.

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Zwei Knuts ohne Kapperl und T-Shirt

Bärendame Olinka hat diese Woche Zwillinge geboren, und die Welt der Wiener Tierfreunde steht wieder einmal Kopf. Bisher kann man die kleinen Eisbären nur auf Fotos und Videos aus der Wurfhöhle bewundern.

Von Mario Böck

Dorthin hat sich die zweifache stolze Mutter zurückgezogen. Eisbären-Vater Eric zieht inzwischen draußen nervös seine Runden. "Wenn die Kleinen drinnen quietschen und schreien, dann läuft er ganz aufgeregt herum und horcht", schildert Pflegerin Michaela Hofmann. Eric wurde von der Mutter getrennt, weil er sonst eine Gefahr für die Jungtiere sein könnte.

Und wann wird man die Kleinen in Natura sehen? "Mit Prognosen sind wir mittlerweile sehr vorsichtig", erklärt Harald Schwammer, zoologischer Leiter im Tiergarten. "Normalerweise sind sie nach zwei bis vier Monaten so selbständig, dass sie heraus kommen. In diesem Fall könnte es aber schon im Februar so weit sein." Grund: Es sind Zwillinge. Und die gelten als besonders aktiv. Das bedeutet auch raufen, rangeln, beißen und - die Massen begeistern.

"Wir wollen keine Knut-Mania"

Einen ähnlichen Rummel wie um den kleinen Eisbären Knut im Berliner Zoo möchte man in Wien nicht haben, erklärt Schwammer: "Wir machen das immer unter dem Artenschutz-Aspekt und nicht als Vermarktungsaktion mit T-Shirts und Kapperl." Mit einem so großen Ansturm rechnet der zoologische Leiter ohnehin nicht. Schließlich hatte Knut das Aufmerksamkeits-Plus, dass er von seiner Mutter verstoßen und von einem Pfleger aufgezogen wurde.

Auch dem Pandababy Fu Long, der im August in Schönbrunn geboren wurde, werden die beiden kleinen Eisbären den Rang nicht ablaufen, glaubt Pflegerin Hofmann. Schließlich war der eine Premiere. Im Züchten von Eisbären dagegen ist Wien schon seit Jahren erfolgreich. Die jetzige Mutter Olinka zum Beispiel hat schon drei Junge aufgezogen.

Regelmäßiger Eisbären-Nachwuchs in Wien

Dass es in Wien so gut klappt mit dem Eisbären-Nachwuchs hat drei Gründe, erklärt Schwammer: Die Tiere sind friedlich und verstehen sich gut. Die Anlage ist gut geeignet, auch wenn sie nicht die ideale Größe hat und in zwei, drei Jahren vergrößert werden soll. "Und drittens", sagt Schwammer: "Unsere Tierpfleger sind ein super Team, das sehr professionell arbeitet."

WWF Österreich und Wiener Tierschutzverein sehen im regelmäßigen Nachwuchs auch ein Zeichen, dass es den Tieren in Schönbrunn gut geht. Für den Österreichischen Tierschutzverein (ÖTV) - er liegt seit langem im Clinch mit dem Tiergarten Schönbrunn - ist der Nachwuchs im Zoo kein Grund zur Freude.

Kritik vom Tierschutzverein

Bei einem der Eisbären sei bereits eine "Stereotypie" zu erkennen - er wiege den Kopf apathisch hin und her: "Das ist ein Zeichen, dass sich das Tier dort doch nicht so wohlfühlt, wie man es in Schönbrunn immer wieder verlautbart", erklärt Marion Löcker vom ÖTV. Dass die Tiere um jeden Preis versuchen ihre Art zu erhalten, sei kein Zeichen dafür, dass es ihnen gut geht.

Auch den Rummel um Jungtiere wie den deutschen Eisbären Knut oder dem Panda Fu Long sieht sie kritisch: "Nach einem Jahr sind sie große Bären, sind uninteressant und werden in andere Zoos abgeschoben." Sofern noch Platz ist. Laut ÖTV werden derzeit zu viele Eisbären gezüchtet. Es gäbe gar nicht so viel Platz.

Eisbären-Jungen bleiben nicht in Wien

"Das stimmt nicht", erklärt Harald Schwammer in Schönbrunn: "Die Nachfrage ist sogar groß - Kopenhagen, Duisburg, Sao Paulo..." Die Eisbären werden aber frühestens im Alter von einem Jahr in andere Zoos gebracht. Und: Damit die Trennung von der Mutter nicht so schwer fällt, kommt diese mit, bis sich der Nachwuchs an das neue zu Hause gewöhnt hat.
 
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