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© Bild Habinger
Artikel aktualisiert 27.11.2008
Barbara Habinger ist auf die psychologische Betreuung bei Schönheitsoperationen spezialisiert. Mit wienweb.at spricht sie darüber, was Menschen unters Messer treibt und dass die Rechnung Schönheit = Glück nicht immer aufgeht.

Habinger
"Es ist ja einfacher, sich außen zu verändern"

Barbara Habinger ist auf die psychologische Betreuung bei Schönheitsoperationen spezialisiert. Mit wienweb.at spricht sie darüber, was Menschen unters Messer treibt und dass die Rechnung Schönheit = Glück nicht immer aufgeht.

wienweb.at: Warum brauchen Menschen, die sich für eine Schönheitsoperation interessieren Ihre psychologische Hilfe?

Habinger: Das sind Menschen, die mit einem Teil ihres Körpers sehr unzufrieden sind und darüber sprechen wollen. Da hängen sehr viele persönliche Themen dran - zum Teil Erlebnisse, die man in der Kindheit hatte, Hänseleien. Oder bei Brustvergrößerungen das gesellschaftliche Frauenbild. Dazu kommt die Unsicherheit vor einem Eingriff, der auch Risiken birgt und nicht rückgängig gemacht werden kann. Schließlich die Frage: Brauche ich das überhaupt?

wienweb.at: Brauchen die Betroffenen die Schönheitsoperation denn wirklich?

Habinger: Manche Menschen erhoffen sich dadurch die Lösung aller ihrer Probleme: "Wenn ich dieses und jenes ändere, dann wird z.B. meine Partnerschaft funktionieren oder dann werde ich beruflich erfolgreich sein." Das sind auch die Schlagworte, die man in den Medien hört.

wienweb.at: Und? Funktioniert es nicht?

Habinger: Es gibt immer wieder Patienten, die auch nach einem Eingriff unzufrieden sind. Die Rechnung Schönheit = Glück geht nicht auf. Sonst würden wir ja jedes Model glücklich erleben. Trotzdem: Manche Menschen finden den Weg zum Psychologen nicht. Es ist doch viel einfacher, sich außen zu verändern. Und in den Medien wird es auch nicht so vermittelt, dass das ein operativer Eingriff ist.

Vor allem bei jungen Leuten sollten vorher andere Wege eingeschlagen werden. Das ist meist nur eine Phase. Man identifiziert sich mit Stars und ist mit seinem Körper unzufrieden. Oft ist es dann so, dass die körperliche Auffälligkeit irgendwann zu einem liebgewonnenen persönlichen Markenzeichen wird. Das kann eine interessante Nase sein zum Beispiel.

wienweb.at:
Raten Sie Ihren Patienten von den Operationen also eher ab?

Habinger: Es ist immer die Frage: Wie schaut die persönliche Situation aus? Wie hoch ist der Leidensdruck? Da gibt es vereinzelt junge Menschen, die zum Beispiel unter einer Nase so extrem leiden, dass Depressionen die Folge sind. Da sagt man, in diesem Fall ja - unter psychologischer Betreuung.
 
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