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3.4.2010
Im Spiellokal
Reiz, Kick und süchtig nach Glück
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2.4.2010
Peter Berger
„Alterslimit strenger kontrollieren“
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© Bild Hans Strunz
Artikel aktualisiert 2.4.2010
Thomas war mit Unterbrechungen 15 Jahre lang spielsüchtig. Zur Verarbeitung und Selbsttherapie betreibt er heute ein Weblog zum Thema.

Thomas
„Ich musste mich nicht rechtfertigen“

wienweb.at: Wann haben sie mit dem Spielen begonnen und warum?

Thomas: Mit 14 Jahren bin ich zum ersten Mal vor einem Automaten gesessen. Mich haben die Lichter und die Töne magisch angezogen. Und natürlich der Reiz, Geld gewinnen zu können.

wienweb.at: Was hat den besondern Reiz des Glücksspiels ausgemacht?

Thomas: Der Reiz ist dieser Kick, der Adrenalinstoß im Gehirn, wenn du etwas gewinnst. Das Geld selber wird nebensächlich. Das bekommt man aber erst viel später mit. Damit du das Gefühl wieder erreichen oder übertreffen kannst, musst du mit der Zeit die Dosis, genauer gesagt den Einsatz, erhöhen.

wienweb.at: Wie kann man das ständige Verlieren vor sich selbst rechtfertigen?

Thomas: Rechtfertigen musste ich mich eigentlich gar nicht. Wenn der Schalter im Gehirn auf Spielen eingestellt ist, vergisst man alles andere rundherum. Vom Aufhören wird eigentlich nur geredet, wenn man einmal den großen Gewinn macht. Aber selbst bei dem verspielt man schnell wieder alles. Man spielt des Spielens willen, nicht wegen des Geldes.

wienweb.at: Wie war es ihnen möglich doch aufzuhören?

Thomas: Ich habe circa 15 Jahre gespielt, aber nicht durchgehend. Der erste Schritt war die Einsicht, dass man ein Problem hat, und damit nicht alleine fertig wird. Sport und eine professionelle Betreuung durch einen Therapeuten haben es mir möglich gemacht. Aber es war ein langer Weg mit Rückfällen.

wienweb.at: Welche gesetzlichen Regelungen machen ihrer Meinung nach Sinn?

Thomas:
Außerhalb von Casinos sollte das Glücksspiel verboten sein. Ein komplettes Werbeverbot für Glücksspiel wäre auch wichtig. Aber da spielen die Casinos Austria sicher nicht mit. Aktuell finde ich das Pokern im Fernsehen sehr gefährlich. Man verkauft es den Jugendlichen als Sport und Strategiespiel.

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