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© Bild Hans Strunz
Artikel aktualisiert 16.10.2008
Die FPÖ hat Ende September den Martin Graf für das Amt des dritten Nationalratspräsidenten nominiert und damit Diskussionen ausgelöst - am Donnerstag nahm der 48-Jährige erstmals öffentlich Stellung.

NR-Präsident
FPÖ-Graf bleibt Olympe

Die FPÖ hat Ende September den Martin Graf für das Amt des dritten Nationalratspräsidenten nominiert und damit Diskussionen ausgelöst - am Donnerstag nahm der 48-Jährige erstmals öffentlich Stellung. "Ich gehe davon aus, dass weder meine Weltanschauung noch mein Volkstumsbekenntnis (Anm.: zur deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft) mich für Ämter in Österreich disqualifizieren kann."

Graf bekennt sich zur Burschenschaft...

Im Vorfeld hatte insbesondere Grafs Mitgliedschaft bei der schlagenden Burschenschaft Olympia - vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) als rechtsextrem eingestuft - für Aufregung gesorgt (siehe Link). Die Verbindung bezeichnete er als "Lebensbund", aus der man nicht so einfach austreten könne. Er bekenne sich zu guten und schlechten Mitglieder - so auch zu Norbert Burger, den Gründer der verbotenen rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei (NDP). Auf der Webseite der Burschenschaft, die seit Freitag gesperrt ist, wird Burger als "Hervorragender Olympe" eingestuft.

...und zur Republik...

Er sei stolz darauf, ein Politiker mit Ecken und Kanten zu sein. Seine ideologische Ausrichtung stehe auf dem Boden der Werte der Revolution von 1848, "insbesondere auf die erkämpften und weiterentwickelten Grund- und Freiheitsrechte". Gleichzeitig bekannte sich der Graf dabei zur Republik Österreich und betonte im Zuge dessen auch seine "grundsätzliche Ablehnung aller verbrecherischen, totalitären und menschenverachtenden Ideologien, insbesondere die des Nationalsozialismus."

...und zur deutschen Volksgemeinschaft

Im Vorfeld hatten sich neben den Grünen auch einige Sozialdemokraten gegen die Nominierung ausgesprochen. Im Namen der Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen, plädierten das Mauthausen Komitee Österreich und die Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen ebenfalls gegen eine Wahl Grafs. Unter anderem wegen seiner Olympia-Mitgliedschaft und seinen Aussagen zum Verbotsgesetz (siehe Link unten). (vk)
 
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