Nicht verhallen will die Kritik am Ausstieg Österreichs aus der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN. Am Montag haben verschiedene Wissenschaftler und Forscher in Wien nochmals ihre Argumente für eine CERN-Mitgliedschaft vorgetragen – abgesehen vom möglichen Schaden im Ausland.
"Schlechter Zeitpunkt"
Der Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) Peter Schuster kritisierte dabei die Vorgangsweise und den Zeitpunkt des Ausstiegs: Die Defekte am Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) könnten schon bald behoben sein. Seiner Meinung nach, hätten die EU-Wissenschaftsminister in einer gemeinsamen Aktion den CERN-Finanzbedarf diskutieren können.
"Keine eigenen Großforschungsanlagen"
Weil Österreich keine eigenen Großforschungsanlagen beherberge, sei der Zugang zu internationalen Spitzenforschungsanlagen von „eminenter Bedeutung“, heißt es in einer Stellungnahme diverser Fakultäten (Mathematik, Geoinformation, Informatik) der Technischen Universität Wien. Und: Im Rahmen von CERN würden auch viele junge heimische Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker ausgebildet werden.
Hahn: Mehr Geld für andere Projekte
Hahn hat den CERN-Ausstieg mit den Kosten begründet. Demnach verbraucht die CERN-Mitgliedschaft rund 70 Prozent (rund 16 Millionen Euro) des Budgets für internationale Organisationen. Geld würde damit für andere Forschungskooperationen fehlen, meint Hahn. 2011 soll die 50-jährige Mitgliedschaft auslaufen. (vk)