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4.1.2008
Müller
"Die Filme sind gut"
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4.1.2008
Programm
Die österreichischen Beiträge
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© Bild Jacqueline Kacetl
Artikel aktualisiert 11.1.2008
Das Festival des gescheiterten Films geht von 11. bis 13. Jänner in den Breitenseer Lichtspielen über die Leinwand.

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Die Qualität des Scheiterns

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Das Festival des gescheiterten Films geht von 11. bis 13. Jänner in den Breitenseer Lichtspielen über die Leinwand. Gezeigt werden dabei insgesamt 78 Filme, denen der wirtschaftliche Erfolg verwehrt blieb, oder die es in anderer Hinsicht nicht geschafft haben; ein Scheitern, das sich durch das gesamte Programm zieht.

Von Mario Böck

Unterschätzen sollte man das Festival auf keinen Fall. Ende Dezember hat es bereits in München Station gemacht. Mit Erfolg - denn gescheiterte Filme sind nicht gleich schlechte Filme. Im Gegenteil, erklärt Organisator Hartwig Müller: "Wir leben in einer Zeit, wo Anspruch und Qualität mehr und mehr zum Scheitern verurteilt sind."

Hobbyfilmer bleiben eh daheim

Zwar sind viele der Filme bei anderen Festivals abgelehnt worden, richtig schlechte Arbeiten sind Müller aber bisher erspart geblieben. Amateure wollen nämlich nicht bei einem "Festival des gescheiterten Films" vertreten sein, sagt er. "Der Hobbyfilmer hält sich immer für den größten Regisseur." Das Scheitern einzugestehen zeuge dagegen von großer Reife und Klarheit über sein Werk.

Bei diesem Filmfest scheint das Scheitern zum guten Ton zu gehören. Zum Beispiel in der Druckerei: Dem Programmablauf muss man nun von Spalte zu Spalte von rechts nach links folgen. Genauso ging es bei der Präsentation des Festivals am Freitag weiter. Organisator Müller hat es nicht über die Weißwurstgrenze geschafft und war im Penzinger Nostalgie-Kino via Internet aus München zugeschaltet - inklusive Tonaussetzern.

Vier österreichische Regisseure

Dafür sind einige junge heimische Regisseure gekommen. Es sind heuer nur vier Österreicher beim Festival vertreten. Die übrigen stammen aus Deutschland. Zu den bekannteren gehören Tom Kimming und Michael Lutz.

Zu den aussichtsreichen österreichischen Vertretern beim Festival zählt der aus Südamerika stammende Wiener Juan Carlos Recalde. Er hat die - zumindest auf den ersten Blick - sehr professionell wirkende Hitler-Parodie "Diktatoren küssen besser" geschaffen, ist damit aber gescheitert. "Die größeren Festivals haben uns durchweg ignoriert".

"Ich treffe am Montag meinen Bankberater", sagt Recalde. Trotz Förderungen von den Ländern Wien und Oberösterreich sitzt der junge Independent-Filmemacher nach der Produktion auf einem Budgetloch von immerhin 8.000 Euro. Den Bundes-Fördereinrichtungen war die Komödie zu wenig künstlerisch, erzählt der Filmemacher.

Vom Schikaneder nach Breitensee

Das Traditions-Kino in Penzing hat sich bei der zweiten Auflage des Festivals in Wien als Aufführungsort durchgesetzt. Im Vorjahr waren die durchgefallenen Filme im Schikaneder zu sehen. Auch damit ist man gewissermaßen gescheitert, erklärt Müller: "Das ist eher eine Bar. Entsprechend ist auch das Publikum. Ich bin aber an Film und Kino interessiert."

Ältestes Kino von Wien

Bei den Breitenseer Lichtspielen ist der Organisator zuversichtlich. Schließlich ist es ein echtes Liebhaber-Kino und das älteste noch laufende Kino von Wien, wenn nicht sogar der Welt. Besitzerin Anna Nitsch-Fitz hat jedenfalls noch von keinem älteren gehört. Gespielt werden hier sonst zu einem Gutteil Stummfilme mit Live-Klavier-Begleitung. Für die Kinochefin ist der Betrieb des Lichtspielhauses eine Herzensangelegenheit. Schließlich rentiert es sich schon lange nicht mehr - daran wird wohl auch das kommende Festival nichts ändern.

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